Richtig Lüften!
Autor: Michaela Steinbichler, 17. July 2006

Dass man Energiekosten sparen kann, wenn man die Heizung weniger aufdreht, liegt klar auf der Hand. Aber auch Lüften kann die Geldbörse erheblich schonen – allerdings nur, wenn man es gezielt und regelmäßig durchzieht.
Gleichzeitig bewahrt Lüften auch vor erheblichen Bauschäden, die unter anderen durch Schimmelbildung entstehen. Will man also für ein angenehmes und vor allem gesundes Wohnen sorgen, dann kommt man am richtigen Lüften nicht vorbei! Hier haben wir die wichtigsten „Weisheiten“ zum richtigen Lüften für Sie zusammengestellt:
Fugenlüftung reicht nicht aus!
Lüften passiert nicht von selbst. Natürlich kommt durch die Fugen durch Undichtheiten in einem Haus etwas Luft in die Wohnräume. Wollte man sein Haus allerdings nur durch die Fugen lüften, dann müsste das Gebäude so undicht sein, dass es bei Wind zu einem spürbaren Zug kommt. Ganz klar, dass das nicht der ökologischen Wohnbauweise von heute entspricht: Denn Häuser sollten so luftdicht wie möglich sein, um ein angenehmes und gesundes Raumklima zu garantieren.
Stoßlüften oder Querlüften – die beste Art der Lüftung
Stoßlüften oder Querlüften sind die beste Art der Lüftung. Der nötige Luftaustausch erfolgt dabei kräftig und kurz. Die abgestandenen Luft und der Wasserdampf werden entfernt und gleichzeitig Energieverluste vermieden sowie Bauteile nicht ausgekühlt.
Stoßlüftung: Bei ganz geöffnetem Fenster ca. 5-10 min. mehrmals täglich lüften. Im Sommer öfter und länger, im Winter seltener und kürzer.
Querlüftung: Alle Fenster öffnen und ca. 2-4 Minuten mehrmals täglich durchziehen lassen.
Spaltlüften – keine Dauerlösung!
Sehr oft werden zum Lüften einfach nur die Fenster gekippt. So bleiben die Fenster oft sehr lange offen, was vor allem im Winter unangenehme Folgen wie hohe Heizkosten und Schimmelbildung haben kann.
Wenn die Scheiben morgens schwitzen…
…dann ist zumeist die Luftfeuchtigkeit in Räumen zu hoch. Am besten abends komplett durchlüften, damit die Feuchtigkeit während der Nacht durch die Abkühlung der Luft (durch die Absenkung der Heizung) nicht steigt und an der kälteren Oberflächen „schwitzt“. Morgens dann nochmals durchlüften: So kann die Feuchtigkeit, die nachts entstanden ist, gleich gar nicht in die Wände und Möbel eindringen.
Zusätzliche Feuchtigkeit vermeiden
Zu viele Zimmerpflanzen, Zimmerspringbrunnen, Verdunster von Heizkörpern etc. bringen zusätzlich Feuchtigkeit in den Wohnraum, was wiederum negative Auswirkungen auf Raumklima, Gesundheit und Energiekosten hat. Auch nasse Wäsche bringt übermäßig viel Feuchtigkeit in Wohnräume und sollte wenn möglich in Trockenräumen aufgehängt werden. Wenn das nicht geht: Wäsche in verschlossenen Räumen aufhängen und das Fenster kippen.
Unbeheizte Räume nicht „mitbeheizen“
Unbeheizte oder wenig beheizte Räume sollten nicht mit der Wärme von anderen Räumen mitbeheizt werden, da durch den Wasserdampf der wärmeren Luft die relative Feuchtigkeit in den kalten Räumen erheblich steigt und sich an den kälteren Oberflächen ansetzt.
Richtiges Lüften im Keller…
Vor allem im Frühling und Sommer, wenn die Außentemperaturen und damit die Luftfeuchtigkeit hoch sind, steigt in Kellerräumen die Gefahr, dass sich diese Feuchtigkeit in den Kellerräumen ansetzt und Schimmel entsteht. Darum gilt: In den warmen Jahreszeiten schimmelgefährdete Kellerräume weniger lüften und am besten nur in der Nacht. Im Winter sollte man möglichst wie in den Wohnräumen lüften.
Richtiges Lüften im Sommer…
Grundsätzlich gilt: Ist ein Wohnraum erst mal aufgeheizt, ist es oft schwer, die Lufttemperatur und somit auch -feuchtigkeit wieder zu senken. Darum gilt für sämtliche Wohnräume, wie auch im Keller: möglichst am Abend bzw. nachts lüften, wenn die Luft noch nicht zu heiß und feucht ist. Am besten lässt man dann den ganzen Tag die Fenster geschlossen und dämmt sie zusätzlich mit einem Sonnenschutz (z.B. Rollläden), der außen angebracht ist. Ist es einem dennoch zu heiß, kann man die „gefühlte“ Temperatur mit Ventilatoren senken. Sie sorgen nicht unbedingt für weniger Wärme und Feuchtigkeit – die Bewegung der Luft vermittelt aber das Gefühl einer kühleren Umgebung!
